Signet LNUB

Landesnetzwerk Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung

Eine Initiative der Akademie für Natur- und Umweltschutz
beim Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Naturerlebnisland Baden-Württemberg

Odenwald und Bauland

Ganz im Norden Baden-Württembergs liegt eine scheinbar "vergessene" Landschaft, an der die stürmische Industrialisierung vorbeigegangen ist. "Badisch Sibirien" bietet dafür heute noch eine intakte Kulturlandschaft mit reicher Naturausstattung. Bewaldete Buntsandsteinhöhen, die im Osten allmählich in landwirtschaftlich genutzte Flächen übergehen - bereits anhand von Vegetation und Nutzung lassen sich Odenwald und Bauland grob gegeneinander abgrenzen. Doch bei genauerem Hinsehen ist die Untergliederung vielfältiger: Maulbeer- und Mandelbäume, Aprikosen, Kirschen und Pfirsiche mit ihrer märchenhaften Baumblüte prägen etwa die Westabdachung des Odenwaldes in Richtung Rheintal, die alte Römerstraße "strata montana" oder Bergstraße, wo der Frühling schon einzieht, wenn im Herzen des Odenwaldes noch tiefster Winter herrscht. Der Odenwald wird geprägt durch Granite, Gneise und Buntsandsteine, welche oftmals zu großen, massigen Blöcken verwittert sind, die wie von Riesenhand aufgetürmt ganze Blockhalden bilden können. Die frei liegenden Blöcke waren schon für die Römer beliebte Bausteine. An Ort und Stelle behauen, wurden sie bis Trier transportiert. Im Bauland überlagern die Muschelkalkpakete bereits die Buntsandsteinschichten. Typische Karsterscheinungen wie Dolinen oder Trockentäler charakterisieren die Muschelkalkhochfläche. Weizen- und Gerstenfelder haben hier vielerorts die früher bedeutsame Grünkernwirtschaft abgelöst. Doch durch die Rückbesinnung auf mehr regionales, nachhaltiges Wirtschaften nimmt der Dinkelanbau wieder zu und so manches Dörrhaus wird wieder in Betrieb genommen. Grünkernsuppe steht mancherorts wieder auf der Speisekarte.